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Auch Blinde surfen im Internet! Machst du deine Website für diese Menschen zugänglich?

Heutzutage ist jeder online. Was ist aber mit sehbehinderten Menschen? – diese werden oftmals vernachlässigt. Beim Besuch moderner Websites stoßen sie auf viele Probleme und Hürden. Auf großen Bildschirmen sehen die Seiten einwandfrei aus, aber wie gut ist Ihre Website für Blinde geeignet? Spilberg findet, dass jeder das Internet einwandfrei nutzen sollte und so geben wir hier Tipps und Tricks, wie du deine Website auch für Blinde zugänglich machen kannst.

Neugierig, wie ein Blinder überhaupt einen Computer benutzt? In diesem Video zeigt Tommy, wie er das macht.


Wie nutzen sehbehinderte Menschen das Internet?

Wir wissen alle, dass auch sehbehinderte Menschen online gehen; daher ist es nicht schwer, sich vorzustellen, dass sie das ganz anders machen als wir. Sie verwenden oft eine Kombination von verschiedenen Techniken. Zuerst benutzen sie einen „Screenreader“, eine Software, die vorliest, was auf dem Bildschirm sichtbar ist. Darüber hinaus verwenden sie oft eine „Braillezeile“ am Computer, damit sie ertasten können, was auf dem Bildschirm zu sehen ist. Weniger stark Sehbehinderte nutzen eine Vergrößerungssoftware oder einen hohen Kontrastwert, um die Seiten besser lesbar zu machen.

Kann deine gesamte Website mit der Tastatur bedient werden?

Sehbehinderte Menschen benutzen keine Maus, sie können den Mauszeiger nicht sehen. Häufig fällt die Wahl auf eine vollständige Steuerung mit Tastatur, Joystick oder Sprachsteuerung.

Das Wichtigste für dich als Entwickler: Es muss möglich sein, die gesamte Website, einschließlich der Menüs und Formulare, über die Tastatur zu steuern. Denk auch an Recaptcha-Lösungen. Sie halten hier zwar Spam zurück, aber machen es auch für Sehbehinderte sehr schwer. Die meisten Probleme liegen in der Verwendung von JavaScript-Ereignissen wie 'onMouseOver' und 'onClick'. Diese sind mausabhängig und der Benutzer kann nicht weiter, ohne die Maus zu benutzen. Dies kann einfach durch die Verwendung von geräteunabhängigen Event-Handlern (onFocus, onBlur, onSelect, etc.) oder durch das Hinzufügen von zusätzlichen Tastatur- Event-Handlern (onKeyDown, onKeyUp, onKeyPress, etc.) behoben werden.

Vergiss nicht, dies auch in den Menüs zu machen und stell sicher, dass die Hauptmenüpunkte wirklich auf etwas verweisen. Wenn Hauptmenüpunkte nur Überschriften für die Untermenüs sind, funktioniert die Navigation über die Tastatur nicht.

Verwendst du die Kopfzeilen h2 und h3 nur für Absätze und Abschnitte?

Wir sehen das sehr häufig: Verwandte Links werden als h3-Kopfzeilen dargestellt. Ein normaler User sieht das nicht, aber Screenreaders nehmen es sofort auf. Um Seiten scannen zu können, liest diese Software zuerst die h1, h2 und h3. Wenn es dort Informationen gibt, die alle nichts miteinander zu tun haben, ist es für Sehbehinderte sehr schwierig, die Seite zu scannen. Das bedeutet, dass sie oft wirklich die Seite vorlesen lassen müssen, um herauszufinden, was der Inhalt der Seite ist. Nicht gerade praktisch oder benutzerfreundlich...

Präsentierst du die wichtigsten Informationen so schnell wie möglich?

Extra-Features, schöne Animationen, Suchleisten und verwandte Artikel sind natürlich sehr schön für den Click-Through-Wert auf deiner Website – aber für Blinde ist der Spaß hier begrenzt. Die Vorlese-Software scannt eine Seite von oben nach unten. Oft müssen sie eine Menge Kram durchlaufen, bevor sie wissen, worum es auf dieser Seite geht. Kümmerst du dich daher darum, dass das Kernthema einer Seite schnell klar wird?

Setzst du die wichtigsten Wörter in Links und Titel voran?

Du tust das wahrscheinlich schon für deine SEO, aber wenn nicht, dann ist es jetzt an der Zeit, die wichtigsten Wörter in Links und Titel in den Vordergrund zu stellen. Nicht nur Google verwendet das, um deine Seite zu scannen, sondern auch Screenreading-Pogramme.

Hast du gute Alt-Texte mit passenden Bildern in den Stylesheets?

Dekorative Bilder gehören eigentlich sowieso in die Stylesheets, aber manchmal kann man sie nur in den HTML-Code einfügen. Für die SEO ist es wichtig, dass du einen guten Alt-Text verwendst – aber genau das ist auch für Sehbehinderte essentiell. Achte also auf jeden Fall darauf, dass der Alt-Text beim Lesen des restlichen Textes keine Verwirrung stiftet.

Verwirrende Alt-Texte sind oft in Webshops zu sehen. Eine Jacke wird im Text ausführlich beschrieben. Das Bild heißt aber "JS2018col2.jpg", wenn es beispielsweise keinen beschreibenden Alt-Text gibt, wie z.B. "blaue Winterjacke mit Seitentaschen", ist das verwirrend. Ein Screenreader liest den Titel des Bildes und das führt in diesem Fall nicht wirklich dazu, diese Jacke zu kaufen.

Tabellen werden oft auch als Bilder auf einer Website platziert. Das ist schade, denn eine sehbehinderte Person kann diese Information auf diese Weise nicht sehen. Verwende eine physikalische Tabelle (die du z.B. mit diesem Tool erzeugen kannst), damit Screenreader sie (vor)lesen können.

Suche auf der Seite

Eine Suchfunktion ist sehr praktisch und heutzutage bauen wir alle Filter ein, aber das funktioniert für Blinde nicht immer gut. Visuell werden diese Filter oft links, rechts oder oberhalb der Ergebnisse zu finden sein. Das bedeutet oft, dass der Screenreader zuerst die Filter liest, bevor er die eigentlichen Suchergebnisse liest. Versuche sicherzustellen, dass sie die Suchergebnisse in der HTML-Datei finden. Eventuell kannst du auch einen Skiplink installieren, wobei wir das nicht empfehlen, da es nicht gerade benutzerfreundlich ist und man erneut auf die Seite "Suchergebnisse" klicken muss, um diese zu erhalten.

Mehr als 600.000 Menschen in Deutschland haben eine Sehbehinderung oder sind gar blind. Diese Zahl wird mit zunehmender Überalterung der Bevölkerung weiter zunehmen. Daher ist es empfehlenswert, deine Website zukunftssicher zu machen. Mit einigen kleinen Anpassungen kannst du schon jetzt sicherstellen, dass du diese Zielgruppe nicht ausschließt und damit mehr Menschen auf deiner Website begrüßen wirst. Auf jeden Fall eine Win-Win-Situation!